site-specific performance // 2019

staging, dramaturgy: Arne Mannott and Elena Kreusch

music dramaturgy: Wolfgang Schlögl

performers: Kolja Huneck, Josef Stiller, Compagnie Familiar Faces: Josse De Broeck, Petra Steindl, Hendrik Van Maele, Felix Zech; Christoph Schiele, Alexandra Pichler, Daniel Holzleitner, Ariane Oechsner, ESRAP, der 1. Wiener Gemeindebauchor

production: KreativKultur, Wohnpartner Wien / City of Vienna

photo credits: Franzi Kreis, Christoph Schiele

thanks to: Impulstanz

The courtyard of the ‚Karl-Wrba-Hof‘ transforms into an interactive stage: four contemporary circus groups, a rap duo, classical musicians and a choir enter into a dialogue with the architectural features of the social housing complex. Through their spatial interaction, the audience creates group dynamics and moods, feelings of solidarity and cooperation. Thus, the audience becomes, without realizing it, a decisive part of the dynamic aesthetics of the space.

press (german):

Was das jetzt für ein Wirbelsturm war, können wohl die wenigsten, die ihn erlebt haben, in Worte fassen (vielleicht hört und fühlt sich einfach genau so Kultur in der Jetztzeit an?) – aber in Erinnerung bleiben wird er bestimmt. Der Wiener Teppich #0. […]

Zuerst einmal war da ein hunderte Meter langer Teppich mitten in der städtischen Wohnhausanlage ausgerollt. In Rot, versteht sich. […] Die von Elena Kreusch und Arne Mannott inszenierte Show ging los mit einer Pantomime.

War er anfangs noch Unterhalter Nummer Eins, trat der Teppich alsbald in den Hintergrund. Das Spektakel breitete sich nämlich wie ein Lauffeuer aus: Auf schummrig beleuchtete Balkone, in grell angestrahlte Arkaden, auf Treppen und Vorplätze, aber auch auf einen für zeitgenössische Zirkusakrobatik verlegten Tanzboden, auf dem man davor ahnungslos stand. Wie schön, dass Gummisohlen auf dem nassen PVC richtig laut quietschen; so konnten auch die Jüngsten mit vollem Körpereinsatz ihren Beitrag zum Takt der Beatboxing-Einlage leisten. Mittendrin statt nur dabei.

Zeitweise war es schwierig, den Überblick zu behalten. Immerhin tummelte sich wohl mindestens ein Volkstheater voll Menschen in den bespielten Höfen des Gemeindebaus. Aber der Schwarmintelligenz ist es zu verdanken, dass man sich doch nie länger als zehn Sekunden umschauen musste, bis man die gerade aktuelle Licht-, Ton- oder Bewegungsquelle und somit den neuen Ort des Geschehens erspähte. Und die Choreographie gab den TeilnehmerInnen nicht selten die Dinge gleich selbst in die Hand, und zwar wortwörtlich: Etwa überdimensionierte Mikado-Stäbe am Ende einer Geschicklichkeitsvorführung oder Rundspiegel, mit denen gemeinsam ein Discokugel-Effekt an die Fassaden gezaubert wurde. […] (Sandra Voser)